2025-08-19


ETH Zürich installiert Nebelmonitor auf dem Jungfraujoch: Ein Meilenstein für ACTRIS in-situ Wolkenmessungen in der Schweiz

Forscher aus der Forschungsgruppe von Dr. Zamin Kanji an der ETH Zürich, darunter Dr. Cuiqi Zhang und Dr. Michael Rösch, haben erfolgreich einen Nebelmonitor (Droplet Measurement Technologies; Modell FM-100) in der Hochalpinen Forschungsstation Jungfraujoch (JFJ; 3580 m ü. M., 46°33’ N, 7°59’ O) installiert und in Betrieb genommen, was einen wichtigen Meilenstein für den Beitrag der Schweiz zum ACTRIS (Aerosol, Clouds and Trace Gases Research Infrastructure) Cloud-in-situ-Netzwerk (CIS) darstellt. Diese Pilotinitiative ist ein entscheidender Schritt zur Erlangung der Level-1a-Kennzeichnung für Cloud-in-situ-Messungen (CIS) am JFJ gemäß den ACTRIS-Standards.

Abb. 1 FM-100 mit neuem Design für ACTRIS-CH CIS-Messungen. Foto: Dr. Cuiqi Zhang

Ein wichtiger Schritt in Richtung ACTRIS CIS-Kennzeichnung

Das FM-100, das in einem speziell angefertigten, klimatisierten Gehäuse untergebracht und mit einem windadaptiven Wolkenprobenahmegerät ausgestattet ist, wurde entwickelt, um eine unterbrechungsfreie, kontinuierliche Messung von zwei obligatorischen ACTRIS CIS-Variablen zu ermöglichen:

•    Flüssigkeitsgehalt

•    Effektiver Durchmesser der Tröpfchen

Diese Messungen sind für das Verständnis der Wolkenmikrophysik und ihrer Rolle im Klimasystem von entscheidender Bedeutung. Das Team von Dr. Kanji an der ETH Zürich leitet die CIS-Komponente von ACTRIS-CH, dem nationalen Knotenpunkt von ACTRIS in der Schweiz. Der erfolgreiche Einsatz am JFJ zeigt das Engagement der Schweiz für die Verbesserung des europäischen Atmosphärenbeobachtungsnetzes mit hochwertigen in-situ Wolkenmessdaten.

Spezielle Messungen: Eiskeimbildende Partikel

Zusätzlich zu den obligatorischen Wolkenvariablen hat das Team von Dr. Kanji an der ETH Zürich auch kontinuierliche Messungen der Anzahlkonzentration eiskeimbildender Partikel (INP) am JFJ durchgeführt. Die INP-Überwachung liefert wichtige Erkenntnisse über Wolkenphasenübergänge und Niederschlagsprozesse, die den ACTRIS-Datensatz weiter bereichern.

Abb. 2 HINC-Auto im Sphinx-Labor auf JFJ. Foto: Dr. Cuiqi Zhang

Über ACTRIS CIS

Das ACTRIS-Zentrum für in-situ Wolkenmessungen (ACTRIS CIS) ist eine spezialisierte Komponente von ACTRIS, die sich der standardisierten Beobachtung und Qualitätskontrolle der mikrophysikalischen Eigenschaften von Wolken widmet. Es unterstützt die Harmonisierung von in-situ Wolkenmessungen in ganz Europa, indem es sicherstellt, dass Daten über die Größe, Phase und Konzentration von Wolkentröpfchen konsistent und vergleichbar sind. ACTRIS-CIS spielt eine wichtige Rolle bei der Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Wolken und Aerosolen und deren Auswirkungen auf die Klima- und Wettervorhersage.

Warum Jungfraujoch?

Das Jungfraujoch liegt auf 3.580 Metern über dem Meeresspiegel und bietet einen einzigartigen Aussichtspunkt, um Wolken in ihrem natürlichen Zustand zu beobachten, da es weit entfernt von den meisten anthropogenen Aerosolquellen liegt. Seine alpine Umgebung stellt sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Wolkenforschung dar und ist daher ein idealer Kandidat für die ACTRIS Cloud-in-situ Kennzeichnung.

Über ACTRIS

ACTRIS ist eine paneuropäische Forschungsinfrastruktur, die sich der Bereitstellung langfristiger, hochwertiger Daten zu Aerosolen, Wolken und Spurengasen widmet. Sie unterstützt die Klima- und Luftqualitätsforschung durch die Harmonisierung von Beobachtungsmethoden und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Institutionen.