Einweihung des neuen Fourier-Transform-Infrarotspektrometers (FTIR)
Die Universität Lüttich überwacht seit mehr als 70 Jahren Spurengase in der Atmosphäre im Sphinx-Labor auf dem Jungfraujoch. Dieses Überwachungsprogramm ermöglicht es, die Zusammensetzung und Zirkulation der Erdatmosphäre sowie deren langfristige Entwicklung über Jahrzehnte hinweg zu charakterisieren. Im Laufe der Zeit wurde eine Reihe von Instrumenten eingesetzt, die nun Zugang zu hochauflösenden Infrarot-Sonnenabsorptionsspektren und damit zu einem einzigartigen Beobachtungsdatensatz bieten, der hinsichtlich Qualität und zeitlicher Abdeckung weltweit einzigartig ist und international einhellig anerkannt wird.
Dieser Datensatz ist unerlässlich, um die Anreicherung starker Treibhausgase, die den Klimawandel beeinflussen, von Schadstoffen, die die Luftqualität und die Oxidationskapazität der Troposphäre beeinträchtigen, sowie die Entwicklung der stratosphärischen Ozonschicht in einer sich tiefgreifend verändernden Atmosphäre zu charakterisieren und zu verstehen. Diese Daten fließen nicht nur in die wissenschaftliche Literatur ein, sondern sind auch entscheidend für die Überprüfung des Erfolgs internationaler Verträge wie des Montrealer Protokolls zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht und der UNFCCC-Vereinbarungen oder für die Festlegung von Zielen und Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen oder anderer Schadstoffe.
Zwischen 2023 und 2025 wurde das mehr als 30 Jahre alte Fourier-Transform-Infrarotspektrometer (FTIR) durch ein neues Instrument ersetzt, um die Kontinuität dieser wichtigen Zeitreihe zu gewährleisten. Dieses Lebenszyklusmanagement wurde in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Beirat durchgeführt und von MeteoSwiss im Rahmen seines Beitrags zu den Programmen Global Atmosphere Watch (GAW) und Global Climate Observing System (GCOS) finanziell unterstützt.
Ende November fand die offizielle Einweihung des neuen FTIR der Universität Lüttich auf dem Jungfraujoch statt. Vertreter der Universität Lüttich, MeteoSchweiz, der belgischen Botschaft in der Schweiz und der HFSJG waren in der Forschungsstation Jungfraujoch anwesend, um die Fortsetzung dieser wichtigen Messungen zu feiern. Bilder: Belgische Botschaft und HFSJG / Text: MeteoSchweiz und HFSJG




