2026-03-17


Atmosphärenforschung „down under“ und „on top“: Die Verbindung zwischen den Forschungsstationen Cape Grim und Jungfraujoch

Die Cape Grim Baseline Air Pollution Station, die an der rauen Nordwestspitze Tasmaniens liegt, ist dafür bekannt, dass dort die sauberste Luft der Welt gemessen wird. An diesem einzigartigen Standort treffen „Baseline“-Luftmassen ein, die von den starken Roaring-Forties-Winden herangetragen werden und seit ihrem letzten Landkontakt in Südamerika Tausende von Kilometern über den Südlichen Ozean zurückgelegt haben. Die Station wird seit 1976 gemeinsam vom Bureau of Meteorology und dem CSIRO betrieben und ist die wichtigste Langzeit-Luftüberwachungsstation der südlichen Hemisphäre.

Die Forschungsstation Jungfraujoch, die seit den 1930er Jahren von der Stiftung Hochalpine Forschungsstationen Jungfraujoch und Gornergrat (HFSJG) betrieben wird und seit den 1980er Jahren atmosphärische Messungen durchführt, erfasst Luftmassen, deren Einflussbereich sich über weite Teile Europas erstreckt. Die am Jungfraujoch gemessene Luft ist in der Regel stärker von anthropogenen Emissionen beeinflusst als die am Cape Grim, was wertvolle Einblicke in Verschmutzungsquellen, die Atmosphärenchemie und Transportprozesse liefert, die Mitteleuropa und die gesamte nördliche Hemisphäre betreffen.

Die Messstation Cape Grim ist einer der weltweit wichtigsten Standorte für die Überwachung globaler Veränderungen der atmosphärischen Zusammensetzung. Nachdem die Luft Tausende von Kilometern über die Ozeane zurückgelegt hat, gelangt sie über die Einlassöffnungen in 10 und 75 m Höhe in die Station und wird zu den zahlreichen Messgeräten in den Labors der Station geleitet.

Eliza Harris, Direktorin HFSJG, besuchte Cape Grim im Februar und März 2026, um Wissen auszutauschen und von dem sehr erfahrenen Team der Station zu lernen. Dieser Besuch wurde durch das Programm für wissenschaftlichen Austausch des Schweizerischen Nationalfonds unterstützt. Diese Arbeit ist Teil einer gemeinsamen Initiative, um das Fachwissen beider Observatorien zusammenzuführen. Durch diese Zusammenarbeit wollen wir den Stationsbetrieb verbessern und optimieren, wissenschaftliche Prioritäten präzisieren und die Unterstützung für die langfristigen Programme zur Atmosphärenüberwachung stärken, die für das Verständnis globaler Umweltveränderungen unerlässlich sind.

Das Cape-Grim-Luftarchiv ist weltweit einzigartig – es ist das einzige Luftarchiv, in dem regelmäßig Proben entnommen werden, und enthält Proben, die in den letzten 50 Jahren unter Referenzbedingungen gewonnen wurden. 2000 Liter Luft werden mit flüssigem Stickstoff verflüssigt und in 34-Liter-Druckbehältern bei der CSIRO in Aspendale gelagert, damit ihre Zusammensetzung mit fortschreitender technologischer Entwicklung erneut gemessen werden kann.

Das Cape-Grim-Station Team – Sarah, Jeremy, Nigel, Cindy und Stu – hat während des gesamten Besuchs großzügig sein Fachwissen geteilt. Ihre Offenheit und Erfahrung machten den Aufenthalt sowohl produktiv als auch inspirierend. Die wissenschaftlichen Beiträge des CSIRO-Forschungsteams von Cape Grim unter der Leitung von Paul Krummel spiegelten auf spannende Weise die Bedeutung dieser einzigartigen Station wider. Gemeinsam haben wir wertvolle Erkenntnisse ausgetauscht und Verbindungen geknüpft, die unsere Forschungs- und Betriebsprogramme in den kommenden Jahren stärken werden. Vielen Dank an euch alle!

Das Kernteam der Station sowie Besucher aus aller Welt machen Cape Grim zu einem spannenden Arbeitsplatz. Von links nach rechts: HFSJG-Direktorin Eliza Harris, technischer Leiter von Cape Grim Jeremy Ward, Stationsleiterin von Cape Grim Sarah Prior, Laborleiter von Cape Grim Nigel Somerville, Gastwissenschaftler der UTAS Andy Menking.