2026-06-23


Kampagne auf Jungfraujoch

Weltraumagenturen und wissenschaftliche Gruppen weltweit bereiten sich auf den Nachweis und die Identifizierung von Lebenszeichen auf den Eismonden von Jupiter und Saturn, namentlich Europa und Enceladus, vor. Die Universität Bern hat ein laserbasiertes Massenspektrometer konzipiert und entwickelt, das den Nachweis lebensrelevanter organischer Moleküle in extrem geringen Konzentrationen (Femtomol pro Quadratmillimeter) ermöglicht. Unter Anwendung des identischen Messprotokolls lassen sich verschiedene Gruppen organischer Moleküle identifizieren, von Aminosäuren bis hin zu Nukleobasen, was die agnostischen Fähigkeiten des Systems unterstreicht. Im Rahmen des Projekts EOMAS (Europa Organics Mass Spectrometer) und mit Unterstützung der Forschungsstation auf dem Jungfraujoch konnte ein neuartiges System zur Handhabung von Eisproben erstmals in einer eisigen Umgebung, dem Aletschgletscher, erfolgreich getestet und validiert werden. Schneeproben aus einer 1 m tiefen Schneegrube und Eisproben aus einer Gletscherspalte wurden entnommen, transportiert und mithilfe des laserbasierten Massenspektrometers chemisch analysiert. Der erfolgreiche Betrieb sowohl des Massenspektrometers als auch des Systems zur Handhabung von Eisproben in einer Eisumgebung stellt den nächsten Schritt bei der Missionsvorbereitung für die Erforschung der Eis-Monde von Jupiter und Saturn dar. Text und Bilder: Space Research & Planetary Sciences, Universität Bern.  

Links: EOMAS Forschungszentrum. Rechts: Forschungsteam nahe einer Gletscherspalte.
EOMAS Forschungszentrum. Im gelben Zelt wird das installierte Instrument betrieben, das Zelt im Hintergrund wird für Teamsitzungen verwendet. Die Zelte sind von KUB Bern gesponsert.
Aisha Mohamed – in Reinraum-Kleidern, um eine Verunreinigung der Proben zu vermeiden – sammelt Schneeproben in einer 1 m tiefen Schneegrube.